Geschichte der mühle

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Die Mühle della Porta di Sotto liegt in Mondaino (Rn), angrenzend an das einstige Montanara-Tor des mächtigen Mauerrings, welcher zur Verteidigung des durch Schlachten und Belagerungen berühmt gewordenen Malatesta- Kastells errichtet wurde. Das sich über drei Stockwerke erstreckende Gebäude aus dem 15. Jahrhundert birgt einen Teil der antiken Zitadelle. Erhalten geblieben sind das geböschte Mauerwerk, die Wachtürme, elegante und steile Bögen, Öl- und Kornmühlen, ein Brunnen und andere interessante artistische und architektonische Sehenswürdigkeiten. Auch verfügt es über drei große zylindrische Gruben, an deren Wänden noch immer die großen Eisennägel zu sehen sind, zur Befestigung von Rohren, Holz und Strohverkleidungen, um Korn, Käse und alles was längere Zeit aufbewahrt werden sollte, vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Geschichte von Mondaino ist reich an Schlachten und Belagerungen, welche die Bewohner dazu bewegten, einen mächtigen Mauerring zu verwirklichten, bereichert von dreizehn Wachtürmen und einer uneinnehmbaren Burg (“quae nullo pacto potest expugnari” berichten die antiken Chroniken). Die in diesem Sinn ereignisreichsten Zeiten waren das Mittelalter und die Renaissance als Persönlichkeiten wie Ferrantino, Malatestiano und der große Sigismondo Pandolfo de’ Malatesti es zu einem Bollwerk ihrer Expansionspolitik machten. Wie bekannt ist, trafen sie bei dieser Strategie auf formidable Feinde, wie die Kirche von Rom und vor allem die Ghibellinen, welche Anhänger des deutschen Kaisers waren. Das erbittertste Gefecht wurde jedoch gegen die Truppen von Urbino ausgetragen, welche sich schließlich (1462) mit dem berühmten Federico da Montefeltro durchsetzten. Nachdem der Widerstand der Verteidiger gebrochen war, konnte sich nichts im Kastell vor den Plünderungen der Sieger retten. Das Entstehen der Gruben des Tors di Sotto kann leicht auf diese schrecklichen Jahre zurückgeführt werden, als man nämlich versuchte, die Agrar- und Nahrungsvorräte zu retten, indem man sie in großen Gruben versenkte, die im trockenen Sandstein ausgehoben wurden. Die Archivunterlagen von Mondaino berichten hierüber an mehreren Stellen:

[…fovea in platea publica…] (anno 1392)
[…in alia fovea polita in dicto castro settem sestaria ordey…] (anno 1468)
Nachdem man der Gefahr entgangen war, muss es im Unglück der Niederlage eine erfreuliche Überraschung gewesen sein, als die wertvollen, versenkten Güter wieder ans Licht gebracht wurden: bestimmte Lebensmittel waren nicht nur perfekt erhalten geblieben, manche hatten ihren Geschmack sogar angenehm verändert und da war es kein Wunder, dass man den Versuch wiederholte und auch in den folgenden Jahrhunderten Lebensmittel in den Gruben versenkte und ablagerte.